31. Januar 2008
Sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Wilhelmshaven !
Es sind keine vier Wochen vergangen, seit unsere Ärzteinitiative durch ihre Zeitungsanzeige ausdrücklich auf die im Entwurf der Bebauungspläne Nr. 212 und 220 vorgesehenen 4 Kraftwerke hingewiesen hat, und dafür der „unverantwortlichen Panikmache“ und der Ausmalung eines “Horrorszenarios“ beschuldigt wurde.
Inzwischen liegen
folgende Tatsachen auf dem Tisch:
Electrabel baut ein
Kohlekraftwerk mit 830 MW (Nr.1)
EON
baut ein Kohlekraftwerk mit 500 MW (Nr. 2)
EON
hat am 24.1.08 Pläne für eine „Ertüchtigung“
des bestehenden 750 MW Kohlekraftwerkes öffentlich mitgeteilt –
also wird dieses nicht (wie bisher immer behauptet) in absehbarer
Zeit außer Dienst gestellt (Nr. 3)
Es
besteht weiter eine Option für ein zweites Electrabel
Kohlekraftwerk von 830 MW. (Nr. 4)
Im
Bebauungsplan 220 ist für EON noch ein dritter Kraftwerksblock
mit 1200 MW vorgesehen (Nr. 5)
Zusammen über 4000 MW, nichts anderes haben wir in unserer Anzeige der Bevölkerung mitgeteilt ! Im IFEU-Gutachten für Electrabel werden die CO2 - Emissionen als hoch eingestuft, und das in der Zeit des Klimawandels !
In der soeben herausgegebenen „Bürgerinformation“ wird die Öffentlichkeit weiter an der Nase herumgeführt, um die gesundheitlichen Bedenken in der Bevölkerung zu zerstreuen.
Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass die Feinstaubbelastung nicht dadurch ungefährlich wird, dass die Grenzwerte eingehalten werden , die in Deutschland das Vierfache des von der WHO empfohlenen Wertes betragen. Auch wenn die Emissionen des einzelnen Kraftwerks noch innerhalb der Grenzwerte liegen, addieren sie sich bei mehreren. Bereits 2001 schöpfte der PM10-Feinstaub- Jahresmittelwert am Jadebusen den Immissionswert der TA Luft zu 65 % aus (IFEU). In Inversionswetterlagen sind Gefahren gerade für ältere Menschen und Kinder zu erwarten. Daher sind auch die Befürchtungen im Wangerland um den Status als Luftkurort, von dem 3600 Arbeitsplätze abhängen, nur zu verständlich.
Aus unseren bekannten Gründen des Klimaschutzes und der Sorge um die Gesundheit der hier lebenden Menschen möchten wir Sie bitten, dem Entwurfsbeschluss für den Bebauungsplan 212 in der gegenwärtigen Form nicht zuzustimmen.
Mit der Bitte, das Wohl der Stadt und der Region in den Mittelpunkt zu stellen.
Für die „Ärzteinitiative“:
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Dr. Rudolf Greth |
Dr. Günther Lotz |
Dr. Klaus Schmeding |
Ulf Vogt |